Was ist Effektivität?Die sieben Wege zur Effektivität

Was hat dieser Businessklassiker von Stephen R. Covey über die sieben Wege zur Effektivität mit kreativem Schreiben zu tun? Auf dem ersten Blick: Nichts! Auf dem zweiten Blick: Sehr viel!

Ist jemand, der viel produziert, effektiv? Wenn er sogar vieles in kurzer Zeit schafft? Die überraschende Antwort lautet Nein.

Wer sich zu stark auf das Arbeiten konzentriert, wird es eines Tages nicht mehr können. Dieser Verlust der Arbeitsfähigkeit wird allgemein Burnout genannt. Jemand, der ausgebrannt ist, kann natürlich nicht mehr produktiv sein. Wer sich auf der anderen Seite ständig erholt, gilt zu Recht als ein Faulenzer. Sowohl der Workaholic als auch der Faulpelz sind auf ihre Weise höchst ineffektiv. Der Schlüssel zur Effektivität liegt also in der Balance zwischen Produktivität und der Pflege der Fähigkeit, zu produzieren.

Können auch Autoren auf den Wegen zur Effektivität wandeln?

Ein Schriftsteller stellt Schriften. Er schreibt also. Man kann seine Tatkraft zum Beispiel mit der Anzahl der geschriebenen Wörter messen. Doch garantieren 50.000 getippte Wörter einen Bestseller? Wohl kaum.

Wer als Autor gut werden will, muss sein schriftstellerisches Können kontinuierlich ausbauen. Dies umfasst neben dem Schreiben vor allem das Lesen (siehe Mythos Nr. 1 über Schriftsteller). Gleichermaßen wichtig ist es, sich regelmäßig mit dem Handwerk zu beschäftigen. Dazu gehört es auch, sich kritisch mit seinen Texten auseinanderzusetzen, wobei dies am besten in Schreibgruppen funktioniert.

Die drei Wege zum unsichtbaren Erfolg eines Schriftstellers.

Sechs Wege führen an den Meilensteinen des privaten Durchbruchs und der öffentlichen Anerkennung vorbei. So wie auf der Strecke von Graz nach Wien zuerst der Semmering auftaucht, kommt auf der Route zum Bestseller der Sieg über sich selbst.

Wer darauf wartet, bis die Muse einen küsst, handelt reaktiv. Wer jedoch regelmäßig schreibt, seine Projekte konzentriert vorantreibt und laufend andere Schriftsteller liest, agiert proaktiv. Statt mit Ausreden zu glänzen, gelingt es einem proaktiven Menschen, jeden Tag Zeit fürs Schreiben und Lesen zu finden.

Gute Autoren haben zu Beginn bereits das erfolgreiche Ende im Kopf. Sie arbeiten an einem Projekt solange, bis es abgeschlossen ist. Weder werfen sie unreife Manuskripte auf den Markt noch starten sie bei Rückschlägen etwas Anderes.

Das Erste zuerst lässt sich bei einem Schreibenden leicht beantworten. Schreiben! So weit, so banal. Doch wie sieht es in der Praxis bei denen aus, die gerne ein Buch schreiben möchten, aber es nie vollenden. Da kommt einem alles andere zuvor und als Entschuldigung wird oft die Schreibblockade angeführt.

Was braucht ein Autor für den Durchbruch?

Der private Erfolg stärkt das eigene Selbstbewusstsein und ist für das stetige Fortkommen notwendig. Dennoch gibt es einen entscheidenden Nachteil. Er bleibt unsichtbar. Für den sichtbaren Durchbruch bedarf es anderer Menschen. Im zweiten Trio der sieben Wege zur Effektivität geht es um zwischenmenschliche Kooperation.

Das Problem vieler Autoren ist nicht, dass sie WIN/LOSE, sondern LOSE/WIN denken. Sie geben zu oft nach und lassen sich meist aus Unerfahrenheit auf windige Lösungen ein.

Wer ein Buch geschrieben hat, darf sich nie auf fragwürdige Wettbewerbe, wo es nur ums Mobilisieren geht, einlassen. Noch schlimmer wird es, wenn man einem Agenten fürs Vermitteln oder einem Verlag fürs Veröffentlichen zahlt.

Ein Beispiel für ein seriöses WIN/WIN – Modell ist die literarische Agentur. Sie unterstützt einen Autor bei der Verlagssuche. Geld sieht das Agentenbüro erst, wenn der Schriftsteller für das im Buchhandel erhältliche Werk die Tantiemen kassiert.

Wer mit Agenten und Verlagen in Kontakt tritt, braucht viel Geduld und Empathie. Hier ist es sehr hilfreich, wenn man die andere Seite zu verstehen versucht. Darüber hinaus leistet empathisches Zuhören gute Dienste. So schult man die Fähigkeit, sich in seine Charaktere einzufühlen und sie besser kennen zu lernen.

Synergien lassen sich oft dadurch erzielen, wenn Autoren miteinander an einem Strang ziehen. Gelingt mit Agenten und Verlegern eine gute Zusammenarbeit, können die Verkaufszahlen des Buchs in die Höhe schießen. Dies ist nur die geschickte Kunst der empathischen Kommunikation möglich.

Wo ist nun der siebte Weg zur Effektivität?

Der bedeutendste Weg ist sehr gut versteckt, zumal er die anderen sechs Wege umfasst. Es handelt sich dabei um eine ständige Erneuerung der Gesundheit, der emotionalen Stabilität und der geistigen Fähigkeiten. Gleichzeitig gilt es, sich laufend die Frage nach dem Sinn zu stellen. Obwohl diese Aktivitäten enorm wichtig sind, bleiben sie im Tagesgeschäft oft auf der Strecke.

Buch kaufen Zurück zu den Sachbüchern