Jahresrückblick 2019

Ich zog mich vom 25. bis zum 27. November 2018 nach Bad Aussee zurück, um über mein Leben und das kommende Jahr 2019 nachzudenken. Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass ich auf ein entscheidendes Jahr zusteuerte.  Zug um Zug entwickelte ich ein „Navi für das Leben“.  Nach dem „Event“ herrschte in mir eine zuversichtliche Stimmung. Im letzten Monat des alten Jahres ging ich

erneut auf die Suche nach einer Agentur für meinen Roman.  Nun stellte sich die Frage? Wird es diesmal klappen? Oder würde ich abermals nur auf die Mauer der Absagen per schlüssigem Verhalten stoßen?

Erstes Trimester

Jahresrückblick 2019: 100 Likes

Die Marke von 100 Likes geknackt

Im Jänner betrieb ich noch den alten Blog, der leider nicht vom Fleck kam. Die Zugriffe auf meine Seite wollten sich partout nicht einstellen. Trotzdem gab es am 16. Jänner einen kleinen Erfolg. Meine Autorenseite auf Facebook erreichte erstmals eine dreistellige Anzahl von Fans.

Unheimliche Begegnung der Dritten Art

Iim Februar ging ich in die Buchhandlung Morawa, wo ich in der Abteilung für Krimis die Spur der Ikonen  von Andreas Pittler kaufen will. Während ich nach diesem Buch suchte, kam ein dicker Typ mit Mundgeruch auf mich zu und gab sich als Verleger und Literaturagent mit enorm vielen Kontakten aus. Ein Angestellter der Buchhandlung meinte glatt, Zeuge eines lebensverändernden Ereignisses zu werden.

Nach wenigen Floskeln wollte er sofort mein Manuskript haben, ohne nach dem Pitch oder nach dem Inhalt zu fragen. Als ich ihm die Länge des Romans in Normseiten angab, blickte ich in ein fragendes Gesicht. Nun schrillten bei mir sämtliche Alarmglocken.

Als ich zum Pitch ansetzte, fragte er mich, ob das Buch schon fertig und lektoriert sei. Ich wies ihn darauf hin, dass das Lektorat zu den Aufgaben eines Verlags gehört. Abermals fragte er mich, ob das Buch schon druckreif sei. Wieder forderte er mich auf, das  Manuskript zu schicken.

Ich sagte ihm, dass für mich Druckkostenzuschussverlage (DKZV) keinesfalls in Frage kommen. Daraufhin bezichtigte er zwei Grazer Kleinverlage, ebenfalls DKZVs zu sein. Als Zugabe behauptete er, diese Druckkostenzuschüsse wären in der Verlagsbranche üblich.

Ich sagte ihm nunmehr, dass er seine Energien an mir nicht verschwenden müsse. Daraufhin wünschte er mir hämisch viel Glück bei der Verlagssuche.

Enttäuschung auf der Leipziger Buchmesse

Die Agentursuche verlief nach wie vor sehr frustrierend. Bis Anfang März hatten bereits 19 Agenturen über schlüssigem Verhalten abgesagt oder mir eine Standardabsage geschickt.  

All die harte Arbeit schien für die Katz‘ zu sein. Auf einmal gab es einen Lichtblick am Horizont. Ein Agent signalisierte ein erstes Interesse und wir vereinbarten ein persönliches Treffen auf der 

Buchmesse in Leipzig. 

Voller Hoffnung brach ich nach Leipzig auf, wo ich am Papyrus – Stand den Bestsellerautor Andreas Eschbach traf. Doch das Gespräch mit dem Agenten geriet zum Rohrkrepierer. Er meinte, dass es für dieses Werk keinen Markt gäbe, da es eine Genremischung aus Regionalkrimi und Thriller wäre.

Wieder erlitt ich eine Niederlage. Nun glaubte ich nicht mehr daran, mein Buch jemals noch in einer Agentur oder in einem großen oder mittleren Verlag unterzubringen. 

Zweites Trimester

Ein kleiner Lichtblick?

Auch im April schwand die Düsternis nicht, oder doch? Zeigte sich ein Silberstreif am Horizont? Diesmal  kassierte ich eine Standardabsage der Agentur Breuer. Was ich positiv hervorheben will, ist die Tatsache, dass die Agentur sich für die lange Wartezeit von 120 Tagen entschuldigte! Dies ist in der Ära der Absagen per schlüssigem Verhalten alles andere als selbstverständlich.

Aus und vorbei?

Das frustrierende Warten auf eine passende Agentur zog an meinen Nerven. Zudem hatte ich jede Hoffnung verloren, den Todesernst überhaupt noch unterzubringen. Um mich davon abzulenken, begann ich mit Līgo ein neues Romanprojekt. Dazu führte ich ein interessantes Gespräch mit Philipp Lesiak über die Flucht der Juden im Jahre 1938. Doch in der weiteren Folge meiner Recherchen musste ich einen Rückschlag hinnehmen.

Ich wollte an der Führung in der Wiener Synagoge teilnehmen und mit Prof. Rosenkranz über seine Flucht nach Riga im September 1938 sprechen. Leider scheiterte ich  an der Bürokratie des jüdischen Instituts für Erwachsenenbildung. Ich erreichte weder Rosenkranz direkt vor Ort noch erhielt ich einen Rückruf von ihm. Mir blieb nichts anderes übrig, als bis in den November zu warten.

Also zog ich mich zu einer Krisensitzung nach Bad Loipersdorf zurück. Wie es schien, lag der Durchbruch in weiter Ferne. Ich überlegte mir mehrere Pläne, um gescheit zu scheitern.

 

Die historische Wende

All meine Bemühungen bei der Agentursuche schienen vergebens zu sein. Noch hatte ich ein allerletztes Eisen im Feuer, wobei ich kaum noch Hoffnung hegte. Nach quälenden fünfeinhalb Monaten seit dem Start der letzten Agentursuche trudelte die erlösende Mail in meinem elektronischen Postfach ein. Die Agentur Ashera erklärte sich bereit, mich zu vertreten. 

Die ewig lange Agentursuche hatte urplötzlich und unerwartet ein erfolgreiches Ende, mit dem ich nicht mehr gerechnet hatte. Was für ein wunderbarer Tag – ich bekam einen Wutanfall der Freude. Endlich konnte ich all den Frust, der sich über die letzten Monate angestaut hatte, rausschreien. Es war vorbei! Ich hatte es geschafft! Eine Riesenhürde des Todesernsts auf dem Weg in die Buchhandlungen wurde genommen.

Jahresrückblick 2019: Die historische Wende

Eine Woche später hatte ich den Vertrag unterzeichnet und seit dem 24. Juni 2019 vertritt mich die Agentur Ashera bei den Verhandlungen mit den Verlagen. Damit war ich nach Randy Ingermanson ein Senior geworden. Nach dem Schreibkarate konnte ich mich ab dem 24. Juni als Träger der braunen Feder bezeichnen.

Sommerpause

In den Sommermonaten ging es dank Ibiza recht politisch bei mir zu. Da es sich hier um eine Autorenseite handelt, erspare ich euch die Einzelheiten. Nur ein Detail müsst ihr aber doch aushalten: Ich erhielt bei der Nationalratswahl als Solidaritätskandidat 66 Vorzugsstimmen und konnte so als Einziger in einem Regionalwahlkreis exakt die Schnapszahl erreichen.

Drittes Trimester

9½ Punkte

Wer das Glück hat, von einer Agentur vertreten zu werden, hat noch lange nicht einen Verlag.  Doch es gab einen entscheidenden Unterschied zur Zeit vor dem 24. Juni. Nun konnte ich endlich die Verlagssuche an viel kompetentere Kräfte delegieren!

Genau drei Monate nach der Unterzeichnung des Agenturvertrages kam Matthias Strolz nach Graz, um sein neuestes Buch „Sei Pilot deines Lebens“ zu präsentieren. Ich fuhr eine Woche danach nach Bad Gleichenberg und arbeitete sein Buch durch. Am Ende des Tages kamen 9½ Punkte heraus, die eine klarere Orientierung mit sich brachten.

Papyrus

Zu den 9½ – Punkten gehörte der Besuch des Papyrus-Seminars von Wolfgang Tischer, um meine Kenntnisse dieses Programms zu vertiefen und eines Tages selbst Seminare über diese Software zu geben.

Das Seminar im Schwarzwald inspirierte mich sehr stark. Obwohl ich bereits viel von dem Programm kannte, gab es noch einige Aspekte, die auch für mich neu waren. Zudem nahm ich eine gute Idee von diesem Seminar mit.

Startup Playground

Das zweite Seminar betraf die Start-Up-Spielwiese des Ideentriebwerk Graz. Leider konnte ich mich nicht mehr rechtzeitig anmelden, weshalb ich nur als „freier Mitarbeiter“ in einem anderen Projekt einbringen konnte. Leider hatte der Gründer der Startup-Idee Carbofit selbst keine Vorstellung, was er genau wollte. Dennoch war der Playground eine sehr inspirierende Veranstaltung, in der ich meine Grundkenntnisse der BWL wieder auffrischte.

Advent & Weihnachtszeit

This is Todesernst, signing off!

Am 4. Dezember signalisierte meine Agentin, dass ein Verlag Interesse an meinem Roman hätte.  Sechzehn Tage später war der Vertrag mit dp DIGITAL PUBLISHERS in trockenen Tüchern.  Damit hatte ich es geschafft! Die harte Arbeit hat sich letzten Endes gelohnt. Seit dem 20. Dezember 2019 bin ich nun offiziell Schriftsteller.  Nun ist die Zeit gekommen, all jenen zu danken, die

in dieser schwierigen Zeit seit 2016 zu mir gestanden sind und mir geholfen haben. Neben meinen Eltern bedanke ich mich vor allem bei Mark Dennis Leitner, Annette Scholonek und Jennifer B. Wind. Ohne euch wäre es mir niemals gelungen, den Todesernst zu retten und ihn wieder flott zu kriegen.

Weiters geht mein Dank an die hervorragenden Agentinnen Alisha Bionda und Uschi Zietsch, die maßgeblich zu  diesem Durchbruch beigetragen haben. Nun kann ich mit ruhigem Gewissen folgende Zeilen schreiben: Houston, we are stable at one. The Book is secure. This is Todesernst, signing off.

Jahresrückblick 2019: Der Verlagsvertrag macht mich zum Schriftsteller

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