20. Dezember

Von einem, der spazieren geht,
kann man niemals behaupten,
er mache Umwege

Arthur Schopenhauer
(1788 – 1860)

Auch Arthur Schopenhauers Leben und Werk sprengt das Blatt dieses Adventskalenders bei weitem. Schopenhauer entstammt einer angesehenen Danziger Kaufmannsdynastie und erlernte, wie von seinen Eltern geplant, den Kaufmannsberuf. Nachdem der Vater tödlich verunglückt war, wurde das Geschäft aufgelöst und Arthur blieb in Hamburg, wo er seine Lehre abbrach und Schüler am Gymnasium Illustre in Gotha wurde. Mit dem Erreichen der Volljährigkeit bekam Schopenhauer seinen Anteil am Erbe, womit er frei von finanziellen Sorgen geworden war. 1813 absolvierte er  das Studium der Philosophie mit magna cum laude.

Anfang 1819 brachte Schopenhauer sein Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung bei Brockhaus heraus. Der Philosoph war schon zu dieser Zeit von der geisteswissenschaftlichen Bedeutung seines Werks überzeugt, obwohl es wirtschaftlich ein Misserfolg wurde. Erst dreißig Jahre nach dem Erscheinen war die erste Auflage vergriffen.

Unter dem Einfluss von Planon und Kant vertrat Schopenhauer den subjektiven Idealismus, wobei er ein alles verbindendes und bedingendes Etwas vermutet. Er geht davon aus, dass es keine von der Wahrnehmung unabhängige, objektive Welt gibt. Schopenhauer begründete ein System des empirischen und metaphysischen Pessimismus. Wie Buddha sieht auch Schopenhauer die Welt als ein Jammertal voller Leiden. Er erkannte, dass letztendlich kein Glück und keine endgültige Befriedigung geben kann. Den Suizid lehnte Schopenhauer aufgrund seines Glaubens an die Reinkarnation als sinnlose Lösung ab. Dies wird auch durch diese Aussage deutlich: Erkenntnis der Einheit aller Wesen und Askese, Verneinung des Willens zum Leben allein kann uns erlösen, nicht der Selbstmord, der nur die individuelle Erscheinung des Allwillens vernichtet. Auch die Kunst und vor allem die Musik tragen  laut Schopenhauer dazu bei, das frustrierende Dasein zu überwinden und ins Nirvana einzugehen.

Schopenhauer hat ein pessimistisches Weltbild. Zu diesem kann man auch neigen, wenn man das kreative Schreiben schon länger betreibt und scheinbar keine Fortschritte erzielt. Daher widme ich Arthur Schopenhauer den Artikel über die fruchtbare Erde unter dem roten Licht der Abendsonne.