16. Dezember

Wenn ich schreibe, bin ich nur Empfindung

Virginia Woolf
(1882 – 1941)

Die britische Schriftstellerin Virginia Woolf hieß eigentlich Adeline Virginia Stephen, die als Schriftstellerin und Verlegerin tätig war. Sie entstammte einer wohlhabenden Familie und erlebte in ihrer Jugend die Einschränkungen des viktorianischen England für Mädchen und Frauen.  Schon früh war sie als Literaturkritikerin und Essayistin tätig, ihren ersten Roman schrieb sie 1915 im Alter 33 Jahren. In den 1920er Jahren etablierte sie sich als international bekannte Schriftstellerin. Leider wurde ihr Leben von der bipolaren Störung gestört, die sich unter anderem in Anfällen von Selbstzweifel, Schlaflosigkeit und Angstzuständen äußerte. Nach dem Abschluss des Romans Between the acts fiel Virginia Woolf in eine schwere Depression und starb daran durch Suizid im Fluss Ouse. Ihre Leiche wurde erst drei Wochen nach dem Freitod am 18. April 1941 gefunden.

Virginia Woolf zählt neben James Joyce und D. H. Lawrence zu den wichtigsten Autoren der modernen englischen Erzählliteratur. Das Hauptwerk von Woolf stellt zweifellos der psychologische Roman dar, wobei sie mit Hilfe den inneren Monologs den Bewusstseinsstrom einer Figur darstellt. Die in Jakobs Zimmer eingeführte Technik des Bewusstseinsstroms erweiterte sie in Mrs Dalloway um die Komponente der “Willkürlichkeit”. Die Hauptfigur ist nicht mehr wie im normalen Roman objektiv beschreibbar, sondert definiert sich nur noch über die Reflexion der Nebenfiguren und deren Wahrnehmung.

Einen Gehversuch in der Darstellung eines Bewusstseinsstroms in meinem Blog findet ihr hier beim Gelben Zwerg.