11. Dezember

Das Leben wimmelt von unschuldigen Ungeheuern

Charles Baudelaire
(1821 – 1867)

Charles-Pierre Baudelaire war ein französischer Schriftsteller und einer der bedeutendsten Lyriker. Er ist vor allem durch seine Gedichtssammlung Les Fleurs du Mal bekannt geworden und gilt als Wegbereiter der literarischen Moderne.  Im Alter von fünf Jahren wurde er durch den Tod seines 67-jährigen Vaters zum Vollwaisen. Zusätzlich traumatisierte die rasche Wiederheirat seiner Mutter mit dem ehrgeizigen und autoritären Offizier Jaques Aupick. Charles-Pierre entwickelte sich zu einem depressiven Jungen, der sich ungeliebt und in Internate abgeschoben fühlte und kurz vor der Reifeprüfung wegen “Ungehorsams” von der Schule flog.

Die Massnahme hatte nicht den gewünschten Erfolg, denn Baudelaire legte die Matura als Externer ab. Danach begann er ein Jurastudium, das für als Vorbereitung für die Diplomatenkarriere dienen sollte. Er sah sich als angehender Schriftsteller und verkehrte oft in den Kreisen der Literaten -und Künstlerszene. Mit der Volljährigkeit verlangte er das Erbe seines Vaters und brachte die Hälfte der 75.000 Francs binnen 18 Monaten durch. Darauf wurde er unter Vormundschaft gestellt, was zu einem Selbstmordversuch führte. Mit dem verbliebenen Rest hätte eine bescheiden wirtschaftende Person durchaus leben können.

Die Schriftstellerei betrieb er nunmehr systematischer und professioneller. Sporadisch gelang es ihm, Gedichte in Zeitschriften unterzubringen. Ebenso schaffte er die ersten Novellen durchzubringen. Langsam gelang es ihm, Fuss zu fassen. 1857 gelang es ihm im Alter von 36 Jahren der Durchbruch mit Les Fleurs du Mal. Wie bei Künstlern so oft, starb Baudelaire noch vor dem Tag, bevor er seinen Ruhm genießen konnte. Die letzten Jahre waren geprägt von seinem Alkohol und Drogenkonsum sowie von seiner unbehandelten Syphilis. Nach einem Schlaganfall starb er im Alter von 46 Jahren in der Pariser Klinik des Dr. Duval.

Wir haben es heute mit einem Literaten zu tun, dessen Biographie sehr tragisch verlief. Er erlebte die Welt als eine Ansammlung voller “unschuldiger” Ungeheuer. Diese Sichtweise teilt er mit dem Todesritter aus meinem Thriller Todesernst. Begleiten wir den Mörder auf seiner Flucht vom Bischölfichen Gymnasium.