10. Dezember

Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten,
aus den Stuben über die Sterne

Jean Paul Friedrich Richter
(1763 – 1825)

Jean Paul war ein deutscher Schriftsteller zwischen der Klassik und der Romantik. Eigentlich hieß er Johann Paul, doch er änderte wegen seiner Bewunderung für Jean-Jacques Rousseau seinen Namen auf Jean Paul. Geboren wurde er 1763 als Sohn des Lehrers und Organisten Johann Richter und seiner Ehefrau Sophia Rosina. Die Atmosphäre des protestantischen Landpfarrerhauses prägte Jean Pauls Kindheit. Es war auch nicht sein konservativer Vater, sondern der Pfarrer des Nachbarortes, der ihn mit dem Gedankengut der Aufklärung in Verbindung brachte. Jean Paul bildete sich autodidaktisch weiter und verfügte mit 15 Jahren ein umfangreiches Bücherwissen.

1793 schickte Jean Paul as Manuskript seines Romans Die unsichtbare Loge dem Schriftsteller Karl Philipp Moritz, der mit Begeisterung darauf reagierte. “Ach nein, das ist noch über Goethe, das ist was ganz Neues!”, soll Moritz in seinem Begeisterungssturm gesagt haben. Durch seine Vermittlung fand das Buch rasch einen Verlag in Berlin. Doch die unsichtbare Loge blieb lediglich ein Fragment; er widmete sich einem neuen Romanprojekt, das 1795 erschien. Der Hesperus oder die 45 Hundposttage avancierten zum größten literarischen Erfolg seit Goethes Die Leiden des jungen Werthers und machten ihn schlagartig berühmt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Johann Gottfried von Herder enthusiastisch auf das Werk reagierten, während Goethe und Schiller keinen Gefallen an dem Buch fanden.

Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, sagt Jean Paul. Daher widme ich ihm einen Buchtipp aus meinem Blog. In Andreas Eschbachs Roman “Eine Billion Dollar” wandern wir gemeinsam mit dem Protagonisten John Fontanelli bei seiner Mission, der Menschheit den verlorenen Traum zurückzugeben, durch die gesamte Welt.