7. Dezember

Denn in den Wäldern sind Dinge,
über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte

Franz Kafka
(1883 – 1924)

Franz Kafka entstammt aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie und gehörte in Prag der Minderheit, die Deutsch als Muttersprache hatte. Sein Vater hat sich aus ärmlichen Verhältnissen kommend, nach oben hochgearbeitet. Kafka besuchte von 1889 bis 1893 die Deutsche Knabenschule und danach das humanistische Staatsgymnasium in der Prager Altstadt. Kafka war ein Vorzugsschüler, litt aber dennoch unter diffusen Versagensängsten. Neben den Drohungen der Hausangestellten und dem väterlichen Druck lösten die überfüllten Klassen ihn ihm von Angst geprägte Verunsicherung aus. Nach der Matura studierte er mit eineigen Umwegen erfolgreich Jus. Nach der Promotion startete er seine Karriere in der Generali-Versicherung. 1917 erkrankte er an Lungentuberkulose und 1918 traf ihn darüber hinaus die spanische Grippe. Nach sechsjährigem Kampf gegen die Tuberkulose verstarb Kafka 1924 im 42. Lebensjahr.

Sein großes literarisches Werk, für das er heute berühmt ist, erschien erst postum gegen seinen Willen. So sind der Prozess und das Schloss erst nach seinem Tod erschienen. Kafka hatte testamentarisch die Vernichtung beider Bücher verfügt, jedoch setzte sich sein Freund Max Brod darüber hinweg, sodass diese Geschichten uns zugänglich sind. Darin bewegen sich die Protagonisten durch ein Labyrinth an absurden, anonymen Bedrohungen, denen sie nicht entgehen können.

Für solche Situationen hat sich das Wort kafkaesk eingebürgert. Auch beim kreativen Schreiben kann man sehr leicht in intransparente und kafkaeske Situationen geraten. In meinem Blog über den dtvfantasynewcomer warne ich vor einem intransparenten Schreibwettbewerb, der in Wahrheit keiner ist.