4. Dezember

Das Wort gehört zur Hälfte dem, welcher spricht,
und zur Hälfte dem, der hört.

Michel de Montaigne
(1533 – 1592)

Über Michel de Montaigne gibt es mehr zu schreiben, sodass man nicht nur dieses Kalendertürchen sondern den Blog sprengen würde. Man könnte allein diesem Thema einen eigenen Weblog widmen. Michel war das Älteste der vier ins Erwachsenenalter gelangten Kinder von Pierre Eyquem, der auf dem Italienfeldzug mit den Ideen der Renaissance und des Humanismus in Verbindung kam. Da seine Erzieher nur Latein mit ihm sprachen, wurde das Lateinische beinahe zu seiner Muttersprache. Später war er bei seinen Lehrern gefürchtet, da er Latein besser beherrschte als sie. Nach der Schule und dem Studium bekleidete er wichtige politische Ämter in Bordeaux.

1571 zog er sich in das Privatleben zurück und widmete sich der Lektüre und des literarischen Schreibens. Er schrieb dabei markante Sätze aus der klassischen, lateinischen Literatur auf und sezte sie am Anfang eigener, literarischer Überlegungen. Diese Überlegungen sah er als Versuche, sich den Problemen der menschlichen Existenz, insbesondere des Todes, anzunähern. Dieses Versuchen (franz. essayer) in seinen Texten führte zur literarischen Gattung des Essays. Darin behandelt er unterschiedliche Themen, die von konfessionellen Fragen über die Heilkunde bis hin zu grundlegenden Problemen der menschlichen Erkenntnis reichen.

Für Montaigne war die sinnliche Wahrnehmung höchst unzuverlässig, zumal man nie Sinnestäuschungen, Illusionen und Halluzinationen ausschließen könne. Man könne also niemals die wahre Beschaffenheit der Dinge zuverlässig erkennen. In meinem Blog trägt der Artikel show, don’t tell am ehesten diesem Umstand Rechnung.