2. Dezember

Ich möchte leben,
ich mchte lachen,
und Lasten heben
und möchte kämpfen
und lieben und hassen
und möchte den Himmel
mit Händen fassen

Selma Meerbaum-Eisinger
(1924 – 1942)

Selma Merbaum war eine rumänische Dichterin deutscher Sprache, die als Verfolgte des Holocausts im Zwangsarbeiterlager Michailowka an Fleckfieber starb. Als Selma neun Monate alt war, starb ihr Vater Max Meerbaum; ihre Mutter heiratete drei Jahre später Leo Eisinger. Selma besuchte bis 1940  das Hofmann-Lyzeum. Schon früh las Selma die großen deutschen Autoren des 19. Jahrhunderts wie Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke und Paul Verlaine. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in das von Rumänien an die UdSSR abgetretene Czernowitz wurden Selma, ihre Mutter und ihr Stiefvater gezwungen im Ghetto der Stadt zu leben. Von dort aus wurden sie in das Zwangsarbeitslager östlich des Bugs deportiert, wo Selma entkräftet an Typhus starb.

Ihr Werk umfasst 58 Gedichte, welche sie sorgfältig mit einer Füllfeder auf einzelne Seiten geschrieben und sie zu einem Album gebunden hatte. Dieser Sammelband gelangte über ihre Freundin Else auf abenteuerlichen Wegen durch Europa nach Israel. Selmas Lehrer von der Jiddischen Schule veröffentlichte es 1976 als Privatdruck. Bei den Gedichten handelt es sich um impressionistische Liebes -und Naturlyrik. Diese Werke zählen inzwischen zur Weltliteratur.

Mit Selma Meerbaum-Eisinger kann und will ich es nicht aufnehmen. Dennoch habe auch ich einen Ausflug in die Lyrik gewagt. Nicht als Dichter, sondern als Konsument lyrischer Werke beim Heimspiel von Herwig Brunner in der Keiperei.