Was sind Nanowrimo Camps?

Was sind Nanowrimo Camps?

Der Nanowrimo

Nanowrimo heißt ausgeschrieben National Novel Writing Month und stammt ursprünglich aus den USA. Dabei geht es darum, im November einen Roman von mindestens 50.000 Wörtern Länge zu verfassen. Waren es anfangs 21 Personen, die diese Challenge auf sich nahmen, hatten weltweit im vergangenen Jahr 402.142 Leute am Roman versucht.

Nanowrimo Camps
und sein Spinoff: das Camp

Als Spinoff entwickelten sich daraus die Nanowrimo Camps, die im April und im Juli jeden Jahres stattfinden. Im Gegensatz zur Hauptveranstaltung im November können die Teilnehmer bei den Nanowrimo Camps das Wortziel frei wählen oder stattdessen ein Ziel an geschriebenen Seiten angeben.

Barbara Wimmer hat letztes Jahr an einem Camp teilgenommen. Am 20. Jänner konnte ich die Kurier-Journalistin während des Schreibfrühstücks der Selbshilfegruppe der Schreibabhängigen interviewen.

Barbara Wimmer – Foto: Joanna Planka

Wie bist du auf den NANOWRIMO gestoßen?

Einige Mitglieder der Schreibgruppe waren von den Nanowrimo Camps begeistert. Auch der halbe Krimikurs im Writers Studio, den ich besucht hatte, hat davon geschwärmt. Dann wollte ich das Format einfach selbst ausprobieren.

Leider hatte ich im November für den Nanowrimo keine Zeit. Daher habe ich mich für eines der zwei Nanowrimo Camps entschieden. Im April habe ich mir da ein persönliches Ziel gesetzt: 100 Seiten meines Romans zu überarbeiten.

Was hat dich zur Teilnahme motiviert?

Da war einerseits die Schreibgruppe. Andererseits gibt es bei den Nanowrimo Camps eigene Gruppen, wo wir uns gegenseitig motivieren.

Wie bist du mit der Challenge umgegangen? 

Bei mir ging es recht glatt über die Bühne. Ich habe nicht jeden Tag gleich viel geschrieben, sondern an manchen Tagen mehr als nötig geschafft. Da konnte ich mir leisten, an anderen Tagen nichts zu tun. Ich bin vom Typ her jemand, der zuerst intensiv vorarbeitet und nicht jemand, der gegen Ende hin massiv aufholt.

Wie hast du den Alltag gemeistert?

Zuerst habe ich eine Woche Urlaub genommen und da habe ich sehr viel weitergebracht. Während der restlichen Zeit habe ich mir am Abend Zeit dafür genommen. Während des Nanowrimo Camps habe ich gelernt, am Abend nach der beruflichen Arbeit zu schreiben und zu überarbeiten.

Hast du dein Ziel während des Nanowrimo Camps erreicht?

Im Nanowrimo Camp kann man auch Seitenziele setzen. Mein Ziel von 100 Seiten habe ich geschafft.

In Zukunft mache ich nur beim Nanowrimo mit, wenn ich weiß, dass ich es schaffen kann. Sonst kriegst du kein Erfolgserlebnis. Der Nanowrimo ist für mich da, mich zu motivieren und gemeinsam mit anderen zu chatten und zu wissen, dass auch andere Leute auf dieses Ziel zustreben.

Wie ist es dir während der gefürchteten zweiten Woche gegangen?

Ja, die zweite Woche ist zu Recht gefürchtet. Auch ich bin in der zweiten Woche des Nanowrimo Camps eingebrochen. Aber zum Glück war es nicht so schlimm, da ich bereits vorgearbeitet hatte. Da bin ich nur kurz zurückgefallen und dann habe ich alles rasch aufgeholt.

Wie hast du dich auf den Nanowrimo vorbereitet?

Ich habe mein Buch überarbeitet und somit musste ich mir keinen Plot überlegen. Denn die Handlung stand naturgemäß fest. Da habe ich bereits an einem vorhandenen Werk gearbeitet.

Welche Tipps kannst du für den Nanowrimo geben?

Wenn man zurückfällt, soll man keinesfalls zu streng mit sich sein. Sollte man etwas Neues schreiben, ist es wichtig, die vorbereitenden Schritte rechtzeitig in Wege zu leiten. Falls man während des Nanowrimo Camps erst die Charaktere entwickeln muss, hat man schon verloren. Wenn man sein Buch überarbeitet, würde ich ein Seitenziel setzen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Barbara “Shroombab” Wimmer (38) ist Journalistin beim Technologieportal futurezone.at und bei der Tageszeitung Kurier. 2018 hat sie die Anthologie Smart Lies herausgegeben, zu der sie die Kurzgeschichte “Unter uns” beigesteuert hat. Sie hat ferner einen Roman verfasst, der in einem Jahr beim Gmeiner Verlag erscheinen wird.