Die dritte Woche beim Nanowrimo – Ein logistisches Desaster

Die dritte Woche beim Nanowrimo geriet zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle, die sich bereits in der Vorwoche angedeutet hatte. Leider habe ich nanowrimoes nicht geschafft, den Nanowrimo – Bericht wie vorgehabt alle Wochen abzuliefern. Zu sehr hat mich das Projekt, einen Roman in einem Monat zu schreiben, in den Bann gezogen. Somit haben sämtliche anderen Aktivitäten in meinem Leben darunter gelitten. Dies war der Preis, den ich für die Erkenntnis zahlen musste, dass der nanowrimo dem Schreibenden nicht nur vor einer schriftstellerischen, sondern auch vor eine logistischen Herausforderung stellt.

Nanowrimo SiegesflaggeDer Kampf um Nano – Jima.

Die dritte Woche ging mit mehr Elan über die Bühne, da ich den Trump-Schock langsam verkraftete. Ich konzentrierte mich wieder auf die Herausforderung, zumindest die 50.000 Wörter in den Computer zu klopfen und nach Möglichkeit die Neufassung des »Todesernst« bis zum Monatsende zu schaffen.

Die Tage zogen mit enormen Tempo ins Land. Rasch zeichnete sich ab, dass ich mein zweites Ziel nicht mehr erreichen kann. Es folgte Szene um Szene, doch es dauerte gut 46.000 Wörter bis zum Mord am Brautpaar, womit ich erst Ende der dritten Woche am Midpoint des Romans ankam.

Wie das Wort Midpoint es schon sagt, ist nochmals die gleiche Strecke bis zum Wörtchen Ende zurückzulegen. Der Umfang stieg somit auf 92.000 Wörter (also weit mehr als die geplanten 80.000) und dies ist definitiv außer meiner Reichweite für den November 2016.

Also gab ich mit der offiziellen Marke von 50.000 zufrieden und gewann so den Nanowrimo am 23. 11.

Logistische Schwierigkeiten

»You defied gravity this month!« – Sie haben die Schwerkraft in diesem Monat besiegt!

Dieser Spruch, den man im Winner – Video zu lesen bekommt, kann ich vollauf unterschreiben. Die Anziehungskraft, welche einem am Verfassen eines Romans hindert, ist vielfältig und es handelt sich meist um die üblichen Verpflichtungen, die man im Leben so hat. (Partner, Kinder, Arbeit, Finanzen, usf.)

Oft ist es die Dringlichkeit aus diesen Bereichen, die einen Autor vom Schreiben eines Romans abhalten. Jeder der den Nanowrimo gewinnt, hat genau diese Kräfte in diesem Monat besiegt – aber sie ziehen natürlich weiter.

Ich hatte mich auf diese Herausforderung nicht korrekt eingestellt und somit kam es immer wieder zu dringenden Problemen, die ich entweder verschob und sie damit noch pressierender machte oder die mich zwangen, das Romanschreiben in die Nachtstunden zu verlegen.

Dieser Umstand hat dazu geführt, dass ich knapp nach dem Sieg beim Nanowrimo einige richtige Feuerstellen löschen musste.

Daher ist es m. E. wichtig, dass man im Zuge der Vorbereitungen auf den Nanowrimo  auch die logistischen Rahmenbedingungen nicht außer Acht lässt. So wäre es empfehlenswert bereits im September und Oktober:

  • die Familie auf das Kommende einzustimmen.
  • eventuell für Babysitter zu sorgen
  • die Rechnungen für den November auch gleich im Oktober zu begleichen, sodass auf dieser Front Ruhe herrscht. Nichts ist lästiger als unnötige Mahnungen.
  • eventuell als Angestellter eine Woche Urlaub zu nehmen (dies ist natürlich auch eine Herausforderung, die man mit dem Arbeitgeber und der eigenen Urlaubsplanung zu klären hat.)