Notruf - Direktor in Lebensgefahr

Prolog

»Polizeinotruf«, meldete sich Inspektor Katolnigg, »Grüß Gott.«

»Hier ist Präfekt Birkner. Ein Maskierter bedroht unseren Direktor.« Es klang, als presste der Anrufer jedes Wort einzeln durch die Leitung.

»Wo sind Sie gerade?«, fragte der Polizist.

»Im zweiten Stock beim Fenster zum Lindenhof.«

»Welche Adresse?«

»Im Bischöflichen Gymnasium!«

»Was passiert da?« Inspektor Katolnigg gab die Anschrift der Schule ein und alarmierte per Knopfdruck die ersten Streifen.

»Ja, da … da werden … da werden Geiseln genommen.«

»Wie viele Geiseln?«

»Soll ich die zählen?«, fragte der Anrufer.

»Ungefähr«, bat Katolnigg um eine Schätzung.

»Dürften in etwa … in etwa 20 sein.«

»Wie viele Täter?«

»Einer. Er trägt einen schwarzen Umhang. Er schaut aus wie der Zorro mit einer Maske.«

»Bewaffnet?«

»Bis auf die Zähne! Er hat schon in die Luft und auf den Altar geschossen. Der ist extrem aggressiv.«

Auf dem Schaltpult betätigte Katolnigg den Knopf für die Rettung. »Gibt es Verletzte?«

»Noch nicht, aber bald, wenn Sie nicht gleich kommen!«

»Ganz ruhig, Herr Birkner. Die Streife ist unterwegs zu Ihnen. Wissen Sie, wo genau sich der Täter mit den Geiseln verschanzt hat?« Der Daumen wanderte zu einem gelb umrahmten Knopf mit der Überschrift EKO COBRA. Mit einem Fingerdruck löste Katolnigg den Einsatzalarm für die Spezialeinheit aus.

»Ja, der Täter ist im Lindenhof und zwingt den Direktor vor dem Altar zu knien.« Der Anrufer verfiel in einen Flüsterton. »Ich habe das Fenster einen Spalt weit geöffnet und mein Handy auf das Fensterbrett gelegt. Vielleicht hilft es euch.«

»Willkommen in der Gemeinschaft!«, hörte Katolnigg die kreischende Stimme des Täters. »Na Todesernst, wie viele stehen auf eurer Abschussliste? Unsere Schülerzeitung, den Freireflex, habt ihr abgedreht! Ihr Schweinepriester habt mein Leben zerstört. Nun greift ihr überall nach der Macht. Nicht nur im Bischgym! Jetzt ist aber Schluss damit!«

Es knallte.

»O mein Gott«, stammelte der Anrufer. »Er hat g’rad den Direktor erschossen.«

»Spart euch die blöden Plakate mit dem Warum«, krächzte die Stimme des Mörders.

Es krachte erneut.

Dann wieder.

Panisches Gebrüll.

Katolnigg tippte. Auf dem Bildschirm tauchte im Feld, das den Vorfall beschrieb, ein Wort auf.

Amok.

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