nanowrimoTag 1: Gut gelungener Start in den nanowrimo. (3373 Wörter)

Die erste Woche beim Nanowrimo startete ich nervös. Es handelte sich um den allerersten Nanowrimo meines Lebens und ich ging mit einem Buch an den Start, an dem ich doch schon über sechs Jahre arbeitete und dessen Plot im Juli kollabiert war. Details dazu findet ihr auf wattpad.

Nach intensivem Arbeiten im Sommer gelang es mir, den Plot und somit den Roman zu retten. Gemeinsam mit Mark-Dennis Leitner haben wir einen Plot entworfen, der zugleich die Polizeifiguren stärkt und die Handlungsstränge sauber schließt. Viele Stellen aus dem alten Todesernst konnten übernommen werden, einige Seiten wurden komplett gestrichen, während weitere Szenen (vor allem im zweiten Akt) völlig neu verfasst werden.

Da ich einige Texte einfach übernehmen kann, habe ich mir ein ehrgeizigeres Ziel für den Nanowrimo gesetzt. Statt der offiziell geforderten 50.000 Wörter will ich am 30. November eine komplette Neufassung mit etwa 80.000 Wörtern geschafft haben.

Die harte Arbeit im Zuge der Vorbereitung hatte sich bezahlt gemacht. Das erste Kapitel ging wie erwartet recht leicht über die Bühne. Da es kaum Änderungen gab, brauchte ich nur Kleinigkeiten korrigieren. Mehr Arbeit gab es bei der Save-The-Cat-Szene, wo Sabrina Mahrer eine verzweifelte Mutter während einer Geisellage davon abhält, sich selbst in Lebensgefahr zu begeben. Schließlich konnte ich am Ende des ersten Tages 3373 Wörter einloggen, womit ich schön auf Kurs liege.

Tag 2: Harte Arbeit und gute Resultate (3272/6645 Wörter)

Der zweite Tag ging etwas belastet über die Bühne, da mich die Umfragewerte für Hillary Clinton Sorgen bereiten. Ich zwang mich, auf den Nanowrimo zu konzentrieren und darauf zu achten, dem gestrigen Ergebnis so nahe wie möglich zu kommen. Bei der Lagebesprechung musste ich das Thema des Buchs einarbeiten. Die Rettung der Geiseln wird aus der Perspektive eines 13-jährigen Schülers erzählt, weshalb ich die Erzählersprache entsprechend anpassen musste. Dies hat doch etwas länger als erwartet gedauert.

Tag 3:Ein Mörder auf der Flucht (3633/10278 Wörter)

Zuvor musste ich einige Dinge noch erledigen, weshalb ich mich nicht gleich dem nanowrimo widmen konnte. Doch am Nachmittag schaffte ich es, mich um die Flucht des Täters zu kümmern. Zum Glück hatte ich das Hauptproblem gelöst – zumal ich in einen Flashback musste. Wenigstens gelang es mir, den Leser nicht gleich mit der Backstory zu nerven, sondern die Rückblende geht direkt in die aktuelle Handlung über. Auch wenn das Plusquamperfekt bei Autoren und Lesern recht verhasst ist, aber dieses Mal musste es sein. (Wer will sich schon dauernd mit den Hilfsverben herumschlagen). Über zwei Seiten wird der Mörder mit der Vorvergangenheit geplagt, bis er endlich zu Hause ankommt und in die übliche Mitvergangenheit wechseln darf.

Die andere Szene konnte leicht übernommen werden und so konnte ich knapp vor Mitternacht das geschaffte Pensum beim Nanowrimo einloggen.

Tag 4: Ein Mal nach Wien bitte (3204/13482 Wörter)

Heute fuhr ich wegen der Schreibwerkstatt zu Ronald Rindler nach Wien. Als erste Maßnahme wählte ich nicht das Auto, sondern den Zug. Statt hinter dem Lenkrad zu sitzen, konnte ich das Steuer getrost dem Lokführer überlassen und mich der Tastatur meines Laptops widmen. Es lief etwas stockender als erwartet, als es um die Drohvideos des mutmaßlichen Amokläufers ging. So brauchte ich die ganze Eisenbahnfahrt von Graz nach Wien, bis diese Szene im Kasten war. Im Hotel konnte ich mich dem Dialog zwischen dem Mörder und einer überraschend aufgetauchten Bekannten beschäftigen und so konnte ich am Ende des Tages (pöh,pöh,pöh – PHRASE!) erneut mehr als 3000 Wörter als Tagespensum beim nanowrimo einloggen.

Tag 5: Rindlerwahn (1796/15886 Wörter)

Nein, das ist kein Tippfehler – es geht heute nicht um den Rinderwahn sondern eben um den Rindlerwahn. Eine Krankheit, die uns Schreibende befällt und nach dem Erfinder des Schreibcafés auf der Theatercouch in Wien benannt ist. Ein Bericht über diese auch für Anfänger sehr interessante Veranstaltung wird es auf diesem Blog am Freitag geben. Ich habe heute beim Schreibcafé wider Erwarten nur wenige Wörter geschafft, da ich mehr als erwartet an einem vorhandenen Text überarbeiten musste. Bei der Rückfahrt kam im Zug eine Szene meines Mörders an die Reihe, welche sich als sehr arbeitsintensiv herausstellte.

Tag 6: Erschöpfung: (1796/17682 Wörter)

Der heutige Tag war nicht besonders – eigentlich war er sogar sehr, sehr schlecht. Ich kam in der Früh einfach nicht in die Gänge und brauchte bis zum frühen Nachmittag, bis ich mich vorm Rechner setzte und die Zeitlogik der »Wiener« Szenen prüfte. Dafür brauchte ich viel zu lange, weshalb ich mich auf ein Nickerchen zurückzog. Schließlich lief es am Abend besser, sodass ich wenigstens das Tagespensum für den heutigen Tag mit Ach und Krach schaffte.

Tag 7: Der Kampf um den ersten Wendepunkt: (2432/20114 Wörter)

Ein anstrengender Tag geht zu Ende. Ich habe es von der Wortzahl her termingerecht zum ersten Wendepunkt geschafft. Dies war deshalb schwierig, da ich a.) Sehr müde und b.) in Obdach einen Termin hatte. Dieser ging recht gut über die Bühne, aber die Zeit fürs Schreiben ging mir ab. Die erste Schreibsession fand knapp nach Mitternacht statt, die zweite ging am Vormittag über die Kante und am späten Abend konnte ich das Tagespensum einigermaßen vollkriegen. Ich liege momentan knapp hinter dem Soll, was mein eigenes Ziel betrifft. Noch ist der erste Wendepunkt nicht erreicht – ich werde ihn morgen mit der Kontemplation des Kommissars (der Dreck am Stecken hat) erreichen.

Erste Woche beim Nanowrimo – Fazit

Erste Woche beim NanowrimoBei den offiziellen Nanowrimo-Vorgaben schaut es sehr gut aus. Die verbleibende tägliche Wortzahl ist auf 1299 Wörter gesunken und mit dem derzeitigen Pace werde ich den Nanowrimo am lettischen Nationalfeiertag, dem 18. November 2016 beenden. Dennoch bin ich skeptisch, ob dieser Termin für den Zieleinlauf hält. Im zweiten Akt wird es erst richtig spannend. Da kommen Szenen, welche noch überhaupt nicht existieren und neu geschrieben werden müssen.

Da geht der Nanowrimo in jene Herausforderung über, für die er eigentlich gedacht ist. Nämlich möglichst frischen Text zu produzieren. Eine Rohfassung kann man natürlich kritisieren, zerreißen und überarbeiten. Fehlt diese, kann man gar nichts machen. Darum zählt beim Nanowrimo nur eines: Schreibe und akzeptiere, dass das Produzierte kein literarisches Meisterwerk, sondern nur Rohstoff ist.

Doch wie gelang es mir, die zweite Woche dieses Schreibmonats zu meistern?